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Identitätsmanagement 2.0  (Archiv) 
Archiviert: 08.04.2008
Im März 2008 ist das internationale Projekt "PrimeLife" unter Beteiligung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) gestartet.


Die Online-Welt hat sich in den letzten Jahren gewandelt: Wie selbstverständlich führen einige User Webtagebücher (Blogs), die weltweit lesbar sind. In sozialen Netzwerken ist die Preisgabe von persönlichen Daten an der Tagesordnung, ohne dass die Nutzer eine Kontrolle über die einmal veröffentlichten Informationen behalten können. Will man nicht mehr mitmachen, ist es unmöglich, die hinterlassenen Datenspuren im globalen Netz zu tilgen. Auch Fehlinformationen bleiben oft unkorrigiert. Identitätsdiebstahl ist keine Einzelerscheinung mehr: Andere treten unter dem Namen und den Kennungen eines Betroffenen auf und treiben so Schindluder, was diesem fälschlich zugerechnet wird.

Die Daten bleiben nicht ungenutzt: Arbeitgeber beschaffen sich aus Profildatenbanken Informationen über Bewerber, noch bevor sie diese zu Bewerbungsgesprächen einladen. Auskunfteien nutzen die Daten zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. In mehreren Staaten findet eine Zweckentfremdung von Daten über Einkaufsgewohnheiten oder persönliche Vorlieben durch Anbieter sozialer Online-Netzwerke statt, ohne dass die Einwilligung der Nutzer eingeholt würde. Die neuen Herausforderungen für den Datenschutz sind klar: Wie kann man die Privatsphäre bei den neu entstehenden Internetanwendungen schützen, etwa in virtuellen Gemeinschaften, in Blogs oder in sozialen Netzwerken? Wie lässt sich im globalen Internet eine lebenslange Kontrolle über die eigene Privatsphäre realisieren?

Diese Fragen stehen im Fokus des Vorhabens "PrimeLife", das Nachfolgeprojekt von "PRIME - Privacy and Identity Management for Europe", an dem das ULD ebenfalls beteiligt ist. Das dreijährige Forschungsvorhaben wird mit 10 Millionen Euro aus dem siebten europäischen Forschungsrahmenprogramm gefördert. Ziel von PrimeLife ist die Entwicklung eines nachhaltigen Datenschutz- und Identitätsmanagements für zukünftige Netze und Anwendungen.

Marit Hansen, stellvertretende Landesbeauftragte für den Datenschutz Schleswig-Holstein: "Unsere Arbeit im Projekt PRIME hat dazu beigetragen, dass mittlerweile faktisch alle Entwicklungen der Identitätsmanagement-Industrie Nutzerwünsche verstärkt einbeziehen.
Mit unserer Beteiligung an PrimeLife werden wir Konzepte zu Datenvermeidung, Transparenz und praktisch handhabbaren Steuerungsmöglichkeiten für Nutzer auch in aufkommenden und zukünftigen Diensten verankern. So stellen wir uns "Identitätsmanagement 2.0" vor."

Die Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und ULD soll gleichermaßen Innovation, Praxistauglichkeit und Rechtskonformität der entwickelten Lösungen garantieren. An dem von IBM Research Zürich koordinierten Projekt sind 15 Partner aus Europa und den USA beteiligt. Weitere Informationen zum Projekt PrimeLife sind abrufbar unter http://www.primelife.eu/. Ergebnisse aus dem Projekt PRIME stehen hier: http://www.prime-project.eu/

Das interdisziplinäre Konsortium von PrimeLife wird koordiniert von IBM Research Zürich, Schweiz, und besteht daneben aus folgenden Partnern:
Katholieke Universiteit Leuven, Belgien; GEIE ERCIM, Frankreich; Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, Technische Universität Dresden, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Europäisches Microsoft Innovations Center GmbH, Giesecke & Devrient GmbH und SAP AG, Deutschland; Università degli Studi di Bergamo und Università degli Studi di Milano, Italien; Stichting Katholieke Universiteit Brabant, Niederlande; Center for Usability Research & Engineering, Österreich; Karlstads Universitet, Schweden; und Brown University, USA.

Webseite Nacht, 27.03.2008

Thema: k.D.

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