Home    Aktuelles    Kalender    Katalog    Anmeldung  
News u. Notiz
 Suche 

Home
News u. Notiz
Kalender
Info
Anmeldung
Kontakt

 Newsletter 
E-Mail-Info mit aktuellen News und Veranstaltungen
Zur Newsletter
Um-, Ab- u. Anmeldung

 Events 

 PDF, Audio, Video 

 LogIn 
UserName: 
Kennwort:  

Kennwort vergessen?
Neu Anmeldung

 Anmelden 


 News u. Notiz 
 

« zurück
jugendschutz.net  (Archiv) 
Archiviert: 23.02.2008
Auf den Computer-Bildschirmen in dem schlichten Büro mitten in Mainz tauchen oft schreckliche Bilder auf: Szenen von Enthauptungen oder dem sexuellen Missbrauch von Kindern.


Das Anschauen entsetzlicher Fotos und Videos aus dem Internet gehört zum Alltagsgeschäft von Friedemann Schindler und seinen knapp 20 Mitarbeitern von jugendschutz.net. Ihre Aufgabe ist es, jugendgefährdende Inhalte aufzuspüren und zu dokumentieren - damit sie möglichst rasch aus dem Internet verschwinden oder zumindest dem freien Zugriff von Kindern und Jugendlichen entzogen werden. Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es diese bundesweite Einrichtung mit Sitz in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.

"Das Hauptproblem sind pornografische Inhalte", sagt Schindler, der die Einrichtung leitet. Die Internet-Fahnder von jugendschutz.net stoßen aber auch auf viele andere jugendgefährdende Inhalte: So wird auf bestimmten Webseiten die Magersucht verherrlicht. In anderen Internetforen gibt es genaue Anleitungen, sich das Leben zu nehmen. Aber auch rechtsextreme Seiten, Internet-Chats - in denen Kinder und Jugendliche belästigt werden könnten - oder Online-Communities wie "Second Life" stehen im Visier der Mainzer Internet-Fahnder.

"Man denkt, man hätte schon alles gesehen. Aber es gibt immer noch Überraschendes", erzählt der 53-jährige Schindler. So entdeckten die jugenschutz.net-Mitarbeiter vor kurzem ein Musikvideo mit einem achtjährigen Mädchen - das Kind war geschminkt, bekleidet mit einem Minirock und wurde als Opfer von Pädophilen dargestellt. Auch wenn das Video eigentlich als Protest gegen die Vergewaltigung von Kindern gemeint war: "Da ist man erst einmal sprachlos, auf welche Ideen Eltern kommen", sagt Schindler, auf dessen Schreibtisch Bilder von seinen eigenen Kindern stehen.

Gegründet wurde jugendschutz.net 1997 als gemeinsame Zentralstelle der Jugendministerien der Bundesländer. Ziel ist es, das Internet auf Verstöße zu kontrollieren. Und die gibt es reichlich: Im vergangenen Jahr wurden rund 2650 Internetangebote beanstandet.

Die Internet-Fahnder von jugendschutz.net arbeiten immer als Team. Das helfe bei der Beurteilung möglicherweise jugendgefährdender Internetseiten, erklärt Schindler. Aber es ist auch nötig, um die teils schlimmen Bilder zu verkraften und zu verarbeiten - "die seelische Hygiene", wie es Schindler nennt. "Wichtig ist, dass man eine professionelle Distanz dazu entwickelt." Wer einen Fall aufdeckt, bearbeitet ihn auch bis zu dessen Ende - in etwa 80 Prozent der Fälle kommt es zu einem Erfolgserlebnis: Die Inhalte werden entfernt oder die Webseite aus dem Netz genommen. "Das motiviert natürlich", meint Schindler.

Neben eigenen Recherchen nehmen die jugendschutz.net-Mitarbeiter Hinweise von außen entgegen - auch anonym. Schwere Verstöße wie Kinderpornografie werden an das Bundeskriminalamt weitergeleitet. In den anderen Fällen wird der Anbieter der Webseite identifiziert und angeschrieben. Bewirkt das nichts, schaltet jugendschutz.net die Kommission für Jugendmedienschutz ein, die gegebenenfalls auch Bußgelder verhängen kann.

Dass jugendschutz.net im Keller des Mainzer Medienhauses beheimatet ist, wirkt fast schon symbolisch: Denn Schindler und seine Leute bewegen sich auch bei ihrer Arbeit im Untergrund. Ins Rampenlicht treten wollen sie gar nicht, denn das hat Risiken. Es habe schon Drohungen in Internetforen oder direkte Drohanrufe gegeben, erzählt Schindler. Etwa, wenn einschlägige Rechtsextremen- Seiten nach Hinweisen von jugendschutz.net abgeschaltet wurden. Doch davon lassen sich die Jugendschutz-Fahnder bei ihrem Kampf gegen Gewalt und Missbrauch im Internet nicht beeindrucken.

Links:
http://www.jugendschutz.net

Webseite Secondo, 11.02.2008

Thema: k.D.

Bitte vergeben Sie für diesen Artikel eine Note
zwischen +3 (lesenswert) und -3 (nicht lesenswert)

Artikel bewerten:
+3 +2 +1 0 -1 -2 -3

  Aktuelle Auswertung:
Gesamtbewertung (Alle Punkte): 3
 

Plus: 0, Neutral: 0, Minus: 3
  0 = neutral (Artikel zur Kenntnis genommen)


Leser-Beiträge
Hinterlassen Sie hier Ihre Informationen oder Anmerkungen, für andere Leser.
Jetzt ohne Anmeldung!

 neuen Eintrag erstellen 

Home | News | Kalender | Katalog | Anmeldung
Newsletter | Info | Impressum | Kontakt

diagramm.net - Alle Inhalte dienen der persönlichen Information.







Pub-Info