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Big Brother Awards Schweiz - Die Sieger 2009!  (Archiv) 

Big Brother Awards Schweiz - Die Pokale
Archiviert: 06.11.2009
Die Sieger erhalten einen formschönen Betonpokal und ein Zertifikat. Neben vier Negativpreisen in den Kategorien Staat, Business, Arbeitsplatz und Lebenswerk wird mit dem Publikumspreis auch lobenswerter Widerstand GEGEN Überwachung und Kontrolle ausgezeichnet. Die Sieger dieses Preises werden durch das Publikum bestimmt.

Anlässlich der Preisverleihung in der Roten Fabrik in Zürich konnten die folgenden Auszeichnungen vergeben werden:


Der Dienst "Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr" (ÜPF) erhielt den Pokal in der Kategorie Staat (Vollständige Echtzeitüberwachung des Internetverkehrs)

Der Dienst «Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr» (Üpf) will künftig nicht nur den herkömlichen Telefon- und Postverkehr überwachen, sondern bereitet die Einführung einer «Echtzeit-Überwachung der kompletten Kommunikation des Breitband-Internetanschlusses ». Dies umfasst aufgerufene Internetseiten, Kommunkation per E-Mail, in Chats, mittels Voice-over-IP (Skype) usw.
Ab 1. August 2009 und bis spätestens Ende Juni 2010 müssen alle in der Schweiz ansässigen Internetprovider – auf eigene Kosten – entsprechende Schnittstellen für «Direktschaltungen» bereitstellen und sich beim «Dienst» zertifizieren lassen. Vor der Einführung der geplanten Richtlinien führte Der Dienst im Juni 2009 bei den Providern eine «vertrauliche Venehmlassung» durch. Die Antwortfrist betrugt nur gerade drei Wochen. Rechtlich stützt sich Der Dienst (zuvor «Dienst für Besondere Aufgaben», DBA) auf das 2002 in Kraft getretene «Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs» (BüPF, SR 780.1 ) – bereits mehrfach für einen Big Brother Award nominiert und Preisträger 2002.
Von der Massnahme sind grundsätzlich alle NutzerInnen des Internet betroffen. Wie bei einer Telefonabhörung werden bei einer Internetüberwachung weitere Drittpersonen mitüberwacht bzw. sie bleiben in der Überwachung hängen, selbst wenn sie völlig unschuldig sind. Der Deliktkatalog im Bundesgesetz Büpf ist sehr weitreichend und diffus.
– Ernsthafte Kriminelle werden die Massnahmen durch Verschlüsselungen zu umgehen wissen.


Die Swisscom jenen in der Kategorie Business (Zugriff auf WLAN- und Routerdaten)

Wer bei der Swisscom einen ADSL-Internetanschluss bestellt, erhält leihweise ein Modem / Router. Dieses kann man aber nicht selber konfigurieren: Das Modem wird prinzipiell durch die Servicezentrale der Swisscom freigeschaltet. Dort wird auch das Passwort für den Router und für das WLAN-Netzwerk definiert und die Einstellungen vorgenommen, also z.B. welche ports („Türen“) des Routers offen oder geschlossen sind. Swisscom bekommt Zugriff auf die Router und kann sie "von Ferne" manipulieren. Der Benützer kann das Router-Passwort nur noch via Swisscom ändern.
Mit dem Zwang, die WLAN-Zugangsdaten (WPA-Schlüssel) sowie die Routerdaten im Kundencenter zu verwalten, erhält die Swisscom (und damit indirekt auch der Staat) Zugriff auf alle Daten, die durch diesen Router fliessen. Zwar behauptet Swisscom, dass keine Zugriff auf die dahinter liegenden Computer erfolgen könnten, aber dies erscheint nicht plausibel.
Swisscom erhält somit eine Eintrittskarte in rund eine Million privater Computer-Netzwerke und auf die darin gespeicherten Daten. Es ist für normale Kunden nicht möglich, diesen Zwang auszuschalten und die Kontrolle über das eigene Computernetzwerk selber wahrzunehmen.
Betroffen sind alle VDSL-Kunden von Swisscom und im Verlaufe der Zeit auch alle ADSLKunden. Es ist zu vermuten, dass die Swisscom damit eine erste Voraussetzung für den versteckten Zugriff von staatlichen Behörden auf die privaten Computer schafft (s. die Änderung des „Bundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS)", Art.18).
«Die Deutschen haben ihren Bundestrojaner, wir haben die Swisscom...»

Quellen:
• Informationen von betroffenen neuen KundInnen von Swisscom / Bluewin.
http://blog.spahan.ch/2009/04/glaubt-die-swisscom-ich-sei-blod/


Die Berufsbildungsschule Winterthur den ersten Preis in der Kategorie Arbeitsplatz (Aufruf zum Denunziern).

Wegen Problemen mit Abfall («Littering») und einzelnen kiffenden SchülerInnen rief der Rektor der BBW, Erich Stutz, die Nachbarn der Schule im Frühling 2009 dazu auf, von ihren Fenstern und Balkonen aus Fotos der Jugendlichen zu machen und sie der BBWLeitung zu schicken. Die Fotos der Nachbarn hängen anschliessend während einer Woche im Lehrerzimmer. Wer erkannt wird, muss zum Rektor und erhält u.U. einen Verweis, der mit einer Gebühr von 230 Franken belastet wird. Zudem wird der Lehrbetrieb des Betroffenen informiert.

Betroffen sind alle 4600 Schülerinnen und Schüler der BBW.
Bis im Juli 2009 wurden im Zuge der Massnahme rund zehn SchülerInnen zum Rektor vorgeladen. Schriftliche Verweise wurden bisher nicht ausgesprochen.

Für den Rektor der Schule, Erich Stutz, war die Massnahme eine Alternative zur
Installation von Videokameras.
Der Leiter der Winterthurer Datenaufsichtsstelle, Arthur Frauenfelder, sieht in der Massnahme der Schule kein Problem, weil die Schüler mit Plakaten bzw. Flyern ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, dass sie fotografiert werden könnten.

Quellen:
• Landbote vom 6.7.09
• „Bürger bespitzeln Schüler“, in: Tagesanzeiger, 7. Juli 2009
• „Anwohner sollen Fotojagd auf Schüler machen“, in: 20minuten, 6.7.09
• „Der härteste Rektor der Schweiz“, in: Blick, 7. Juli 2009


Der begehrte Lebenswerk-Award ging an die Firma Deltavista, stellvertretend für andere kommerzielle Datensammler.

Der begehrte "Lebenswerk-Award" fuer besonders hartnaeckige Verletzungen der Grundrechte ging dieses Jahr an Firma Deltavista in Kuesnacht, vertreten durch den CEO, Herrn Thomas Staempfli. Als Marktfuehrer, stellvertretend fuer etliche Unternehmen, die in diesem Business taetig sind und kommerziell private (Kunden-) Daten sammeln.


Gewinner des Publikumspreises

Gewinner des Publikumspreises für eine Person oder Organisation, die sich im Jahr 2009 besonders gegen Überwachung und Kontrolle einsetzte, wurde die Studentengewerkschaft CUAE, die sich gegen die fremdenpolizeiliche Kontrolle der ausländischen Studenten wehrte.

Im Gegensatz zu diesen vier Negativpreisen wird mit diesem Preis eine Person oder Institution ausgezeichnet, die sich in lobenswerter Weise *gegen* zunehmende Ueberwachung und Kontrolle zur Wehr setzte.


Ehrenliste

Zu den bisherigen Gewinnern eines "Big Brother Awards" gehoeren die Firmen Swisscom, Roche, SWICA, CSS, Orange, Postfinance und Q-Sys, der Verband der Krankenversicherer santesuisse, Bundesrat Samuel Schmid, die Kantonspolizei Zuerich, die Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten, der ehemalige Bundesanwalt Valentin Roschacher sowie der ominoese "Club de Berne". Eine Liste findet sich in unserer "Hall of Shame":

http://www.bigbrotherawards.ch/diverses/hallofshame

Links:
http://www.bigbrotherawards.ch/2009/

Webseite anummer, 25.10.2009

Thema: Datenschutz

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