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Cyberangriffe treffen burmesische Exil-Webseiten  (Archiv) 
Archiviert: 05.10.2008
Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) erleben derzeit Webseiten, die von Exil-Burmesen in Norwegen oder Thailand betrieben werden.


Wie die in Oslo gehostete Plattform Democratic Voice of Burma (DVB) http://english.dvb.no berichtet, sind mehrere Webangebote darunter die eigene Seite, das Portal Irrawaddy http://www.irrawaddy.org , welches von Thailand aus betrieben wird, sowie The New Era Journal zeitweise nicht erreichbar. Grund dafür sind DDoS-Angriffe, die seit dem 17. September registriert wurden. Als Urheber der Angriffe machen die Webseitenbetreiber die burmesische Regierung aus.

In dieser Woche jährt sich zum ersten Mal die blutige Niederschlagung der Demonstrationen, die ursprünglich als Protest gegen Preissteigerungen bei Treibstoff begannen und sich im Verlauf gegen das Militärregime richteten. Die Exil-Burmesen sind überzeugt, dass die Angriffe auf ihre Systeme zum Jahrestag der Protestniederschlagung verhindern sollen, dass Berichte aus Burma ins Ausland gelangen. Wie die Webseiten berichten, wird die Benutzung des Internets auch innerhalb des diktatorisch regierten Landes noch weiter eingeschränkt. Internet-Cafes werden von den Behörden verstärkt überwacht und die Bandbreite deutlich reduziert. Somit wolle man verhindern, dass Videos oder Bilder außerhalb des Landes und damit an die Weltöffentlichkeit gelangen, berichtet Irrawaddy nach Informationen von Internet-Cafe-Betreibern und Nutzern.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Nachrichtenangebote der Exil-Burmesen zur Zielscheibe für DDoS-Angriffe werden, erst im Juli gelang es Hackern, DVB vom Netz zu nehmen. Bei DDoS kommen Botnetzwerke zum Einsatz, die massiv Anfragen an den Server senden, auf dem das Opfer-System gehostet wird. Aufgrund der hohen Anzahl an Informationsanfragen sendet der Server seine Antworten zunehmend langsamer, bis sie wegen Zeitüberschreitung abgebrochen werden. Somit ist die Webseite blockiert und nicht mehr erreichbar. DDoS-Attacken sind auch abseits der Politik im Einsatz und erweisen sich als durchaus lukrativ für Cyberkriminelle. "Ein Angriff auf das IT-System eines Unternehmens kann bereits ab 200 Dollar in Auftrag gegeben werden", erklärte Mikko Hyppönen, Chief Reserch Officer bei F-Secure. Die Angebote von Cyberkriminellen sind in einschlägigen Foren zu finden. Diese Attacken gehen zumeist mit Lösegeld-Erpressung einher.

DDoS-Angriffe werden allerdings auch als Mittel der Politik eingesetzt. Im aktuellen Fall soll die Informationsweitergabe durch kritische Portale unterdrückt werden. Allerdings dienen sie auch als Mittel, den Gegner in politischen und militärischen Konflikten zu schwächen. Zu beobachten war dies kürzlich in der militärischen Auseinandersetzung zwischen Georgien und Russland. So wurden Mitte August die georgischen Server lahmgelegt, auf denen auch die Webseite des georgischen Präsidenten gehostet war. Diese musste schließlich auf einen ausländischen Server ausweichen, um erreichbar zu bleiben. Mit diesen Angriffen kämpfen auch IT-Sicherheitstechniker in Südkorea. Laut deren Angaben beschäftigt das diktatorisch regierte Nordkorea einige hundert Hacker, um in Systeme einzudringen bzw. sie lahm zu legen.

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