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Armee-Chef sieht Cyberwar als gefährlichste Bedrohung  (Archiv) 

Schweizer-Armee-Chef André Blattmann
Archiviert: 18.09.2010
«Die Qualität unserer Soldaten erreichen Sie in keinem anderen Land»



Die amerikanische Armee hat längst Spezialeinheiten für den Cyberwar (Bild: epa)
Frage: Neuerdings spricht man auch von Krieg im Internet, dem sogenannten Cyberwar. Sind das pubertäre Fantasien, oder muss man das ernst nehmen?

Das muss man sogar sehr ernst nehmen, ich halte es für die aktuell gefährlichste Bedrohung. Wenn es jemandem gelingt, unsere Kommunikations- und Stromnetze lahmzulegen, dann müssen wir über einen Einsatz unserer Systeme gar nicht mehr diskutieren.

Frage: Ist diese Bedrohung real?

Ja, im letzten Herbst ist das EDA auf diese Weise attackiert worden, und zwar mit Erfolg. Unbekannte sind in die internen Kommunikationsnetze eingedrungen, haben dort etwas eingepflanzt und Daten abgesogen. Das ist schon für ein Unternehmen sehr gefährlich, für eine Armee erst recht. Stellen Sie sich vor, was passieren könnte, wenn die Codes zur Auslösung unserer Waffensysteme in falsche Hände geraten. Da würden wir an unserem Lebensnerv getroffen.

Wenn der Krieg immer mehr zu einer Sache von IT-Spezialisten wird, können Milizsoldaten diese Aufgaben noch bewältigen?

Die im Berufsleben sehr gut ausgebildeten Schweizer Soldaten eignen sich viel besser für diese Aufgaben als Berufssoldaten. Gerade das ist heute der grosse Vorteil unseres Milizsystems. Die Qualität unserer Soldaten erreichen Sie in keinem anderem Land.

Sind Sie jetzt nicht ein bisschen allzu enthusiastisch? Bei den Banken beispielsweise war früher eine militärische Karriere Pflicht. Heute ist sie verpönt.

Ich habe bei einer sehr erfolgreichen Bank gearbeitet, die damals sehr viele Milizobersten in ihren Reihen hatte.

Fängt diese Bank mit U an und hört mit S auf?

Nein, damals hat sie noch SBG geheissen. Aber der Militärdienst war für diese Banker sehr wichtig, weil Sie so neben der Bank noch einen ganz anderen Erfahrungshorizont besassen. Dank dem Militärdienst wussten sie auch, was ihre Kunden wollten und was Mitbürger aller Schichten wirklich beschäftigt. Das hat auch mit Ethik zu tun. Ein derartiger Austausch liegt mir sehr am Herzen.



Der höchste Soldat

Korpskommandant André Blattmann (54) ist seit dem 1. März 2009 Chef der Armee. Vor seiner militärischen Laufbahn hat er eine Banklehre gemacht, sich später zum Betriebsökonomen ausgebildet und an der Universität Zürich ein MBA erworben. 1984 wechselte er als Instruktor zu Armee. Seit der Beurlaubung von Roland Nef ist Blattmann der höchste Schweizer Soldat. Er ist verheiratet.


Die heimliche Revolution

Wie Drohnen und Roboter den Krieg verändern.


* Krieg, darunter versteht der Laie heute noch den Zustand, in dem zwei oder mehrere Staaten sich gegenseitig mit ihren Armeen bekämpfen. Doch diese Art von Krieg gibt es heute eigentlich nicht mehr. Der letzte dieser sogenannten konventionellen Kriege war der erste Irakkrieg zu Beginn der Neunzigerjahre. Damals glaubte Saddam Hussein, seine Armee könnte den USStreitkräften und ihren Verbündeten die Stirne bieten. Inzwischen ist klar, dass in einem konventionellen Krieg die US-Armee allen anderen weit überlegen ist. Auf diesem Feld besitzen die Amerikaner das, was man heute einen «asymmetrischen Vorteil» nennt.

* Jede Kriegspartei, ob Armee, Guerilla oder Terroristengruppe, will das Kampfgeschehen auf ein Feld verlegen, auf dem sie einen asymmetrischen Vorteil besitzt. Die US-Truppen in Afghanistan werden kaum mehr in Gefechte verwickelt, sondern in Bombenfallen gelockt. Selbst gebastelte Sprengkörper, IEDs genannt, werden an Strassenrändern oder in Autos versteckt und ferngesteuert zur Explosion gebracht. Der Selbstmordattentäter ist die extremste Form des modernen asymmetrischen Kriegs.

* Die Amerikaner ihrerseits versuchen diesen Vorteil der Terroristen mit High-Tech zu kontern: mit unbemannten Flugzeugen — sogenannten Drohnen — und Robotern. Mit den Drohnen können Terroristen tagelang beobachtet und so ihr gesamtes Netzwerk entschlüsselt werden, mit den Robotern können die IEDs entschärft werden, wie das der mit mehreren Oscars ausgezeichnete Film «Hurt Locker» sehr realistisch zeigt.

* Drohnen und Roboter werden im asymmetrischen Krieg immer wichtiger. Der Militärexperte Peter W. Singer vergleicht sie mit dem Aufkommen der Panzer im Ersten Weltkrieg. Sie haben inzwischen zu einer heimlichen Revolution im Militärwesen geführt und sich rasend schnell verbreitet. 2003 hatten die US-Militärs erst eine Handvoll Drohnen, heute sind rund 20 000 im Einsatz. Doch nicht nur die technologieverliebten Amerikaner setzen auf Drohnen. Inzwischen sind sie in den Armeen von gegen 50 Staaten im Einsatz. Auch in der Schweiz.

sbmwww, 06.09.2010

Thema: Cyberwar / Netzkrieg

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