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Wahlcomputer geknackt: Indischer Forscher in Haft  (Archiv) 

Wahlcomputer-Daten: Indien lässt die Muskeln spielen
Archiviert: 07.09.2010
Die indische Polizei hat den Sicherheitsexperten Hari Prasad verhaftet.


Der indische Forscher hatte zahlreiche Schwachstellen an einem ihm zur Analyse angebotenen Wahlcomputer entdeckt und schließlich veröffentlicht. Weil Prasad den Namen der Person, die ihm den Computer übergeben hatte, nicht nennen wollte, kam der Wissenschaftler nun hinter Gitter.

Im Februar erhielt Prasad einen Wahlcomputer, um diesen auf eventuelle Sicherheitslücken zu untersuchen. Daraufhin hatten der Sicherheitsforscher und sein Team im April dieses Jahres ein Papier publiziert, das auf mehrere Manipulationsmöglichkeiten hinweist. Die indische Wahlkommission hatte zuvor mehrmals bestätigt, dass die Geräte absolut sicher gegen jegliche Art von Manipulationen sind. Eine Überprüfung von außenstehenden Experten wollten sie jedoch nicht zulassen.

Gefängnis auf unbestimmte Zeit

Andere Länder wären Hari Prasad dankbar gewesen, wenn er Schwachstellen in einem computerbasierten Wahlsystem gefunden hätte, das schließlich zu Wahl-Manipulationen unter Politikern führen kann. Indien jedoch sieht das etwas anders.

Am vergangenen Wochenende besuchte die Polizei den Sicherheitsexperten und fragte ihn nach dem Namen der Person, die ihm den Computer gegeben hatte. Da die Person von sich aus anonym bleiben wollte, verriet Prasad den Namen nicht. Laut der Polizei soll der Wissenschaftler nun so lange einsperrt bleiben, bis er den Namen preisgibt. Ein konkretes Vergehen wird dem Sicherheitsforscher jedoch nicht vorgeworfen.

Webseite Kodra, 26.08.2010

Thema: Datenschutz

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